An die Geliebte
Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
Mich stumm an deinem heil’gen Wert vergnüge,
Dann hör’ ich recht die leisen Atemzüge
Des Engels, welcher sich in dir verhüllt.
Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
Auf meinem M und, ob mich kein Traum betrüge,
Daß nun in dir, zu ewiger Genüge,
Mein kühnster Wunsch, mein enz’ger, sich erfüllt.
Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
Ich höre aus der Gottheit nächt’ger Ferne
Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen.
Betäubt kehr’ ich den Blick nach oben hin,
Zum Himmel auf – da lächeln alle Sterne:
Ich knie, ihrem Lichtgesang zu lauschen.